Buch-Cover, Daniela Winkler: Schlaflied der Sonne

Schlaflied der Sonne

Serie: Grablicht (#2)
Autor (Texter): Daniela Winkler
Genre: Comics
Verlag: Comicstars
Seiten: 190
Erschienen: 02/2011 (Original: 2011)
ISBN: 978-3-426-53006-1
Preis: 6,99 Euro (Softcover)
Schlagworte: Vampire
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Emily ist ein Vampir - ein weit größeres Problem als sie dachte. Nicht nur dass sie nun Blut trinken muss und die Sonne nicht mehr verträgt, sie hätte eigentlich nicht zum Vampir werden dürfen. Der Vampir David hat sich mit ihrer Schöpfung über die Gesetze der Vampire hinweggesetzt und beiden droht die Todesstrafe. Als Emily dies erfährt, versucht sie selbst David zu retten - doch leider hat sie nicht zu Ende gelauscht und die mögliche "Rettung" macht vermutlich alles nur noch schlimmer...

Das Buch erhält 8-9 von 10 Punkten.

"Schlaflied der Sonne" ist der zweite Roman des Grablicht-Comics, eines Mangas der wie üblich in für Europäer umgekehrter Richtung gelesen wird. Die Handlung ist insgesamt sehr geradlinig und ohne große Überraschungen, macht dies aber sowohl durch die Qualität der Zeichnungen wett als auch durch den Humor, der andererseits als ein wenig (zu) kindisch gelten kann.

"Haare wie schwarze Seide, Augen wie Saphire, blutjung, und unglaublich naiv"

Dies ist die Charakterisierung, die eine Vampirin über Emily abgibt - und der ist kaum etwas hinzuzufügen. Wie bereits im ersten Band nimmt diese enorme Naivität einen großen Teil der Handlung ein und führt auch zu dem zentralen Problem: Emily will zwar helfen, aber macht letztlich alles nur schlimmer und problematischer. Die Naivität setzt zugleich den Gesamt-Ton des Werkes. Es ist naiv-humorisch, bisweilen enorm kindisch; der Manga-Stil trägt hierzu einen Teil bei. Dunkle Seiten gibt es auch: Ist die Verschlagenheit einer Vampirin trotzt verschlagenen Hintergedanken noch "schön anzuschauen", so zeigen weitere Fragmente aus Emilys Vergangenheit tiefe Abgründe. Aber alles Drama und alle Bedrohung ändern nichts am insgesamt locker-fröhlich-naiven Ton.

Vampire und ihre Ticks

Die einzelnen Vampire bekommen nun etwas mehr Individualität verpasst. Schon im ersten Teil fielen die gelegentlich eingestreuten Fremdsprachen auf, die man als störend empfinden kann. Diese gibt es erneut und ohne weitere Erklärungen. Hingegen wird in die "Ticks" der Vampire eingeführt. Daniela Winkler denkt sich hier nichts Neues aus sondern greift auf verschiedene Volksglauben zurück: Vampire haben je nach Ort und Zeit ihrer Entstehung verschiedene Schwächen - "wie Allergien", sei es nun die Sonne, verknotete Netze, Kruzifixe oder andere tradierte Probleme. Auch spezielle Fähigkeiten tauchen auf, wie eine sonnenimmune Vampirin. Mit diesen besonderen Merkmalen gelingt es der Autorin, ein wenig mehr Farbe in die Vampire zu bringen ohne die Komplexität in die Höhe zu treiben: solche Eigenschaften erwartet man generell bei Vampiren oder sind die ganz unerwartete Ausnahme. Neben diesen gibt es auch eine Erweiterung in Sachen "Gesetze der Vampire".

Missverständnis und Probleme

Ein solches Gesetz ist es schließlich, das den zentralen Konflikt und das Problem dieses Teils ausmacht: Vampire darf man nicht einfach so erschaffen. Gründe gibt es, ungesagt bleibt dass ansonsten wohl die gesamte Weltbevölkerung Vampire wären - und im Weiteren durch Nahrungsmangel umgekommen. Solche Gedanken sind zu tief für diesen Comic. Exposition wird an wenigen Stellen verteilt, durch Stichworte und Lauscherei. Dies ist allzu durchschaubar als Anfangspunkt für Hintergrundinformationen, zum Glück aber auf wenige Stellen beschränkt. (Mancher Leser würde sich aber wohl MEHR Informationen über die Vampire wünschen.) Durch genanntes Lauschen gerät Emily auch an die Vampirin Rubinia, die ihr als Mögliche Hilfe präsentiert wird - jedoch nur im ersten Teil der Aussage.

Farbgebung

Ein paar Sätze müssen auch über das Gezeichnete verloren werden. Erneut ist der Comic im passenden schwarz-weiß gehalten, abgesehen von einigen Farbseiten am Anfang. Die Farbgebung macht die Erzählung bedrückender und düsterer als eine schillernd-bunte Comicwelt es täte. Ein Vergleich mit den Farbseiten zeigt aber auch: düster wäre es so oder so. Schwarz-weiß erlaubt es aber auch, einige Details stärker herauszuarbeiten (oder auch nur anzudeuten) als eine komplette Kolorierung. (Man vergleiche Skizzen mit einem ausgemalten Bild.)

"Schlaflied der Sonne" ist wie der erste Teil der Grablicht-Reihe ein schöner Comic für zwischendurch. Tiefe bietet er kaum, aber gute Unterhaltung und keine absolut zahmen Vampire – wenngleich Fans absolut böser und klassische Blutsauger auch nicht auf ihre Kosten kommen: insgesamt sind die Vampire der Grablicht-Reihe sehr zivilisiert und sitzen wie ihre menschlichen Gegenparts in Bars und schlürfen Getränke… de-fibriniertes Blut dürfte allerdings kaum einem Menschen schmecken.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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