Buch-Cover, Michael Ende: Der Spiegel Im Spiegel. Ein Labyrinth

Der Spiegel Im Spiegel. Ein Labyrinth

Genres: Kurzgeschichten; Phantastik
Verlag: dtv
Seiten: 239
Erschienen: 10/2006 (Original: 2006)
ISBN: 3-423-13503-4
Preis: 9,00 Euro (Softcover)
Schlagworte: Träume
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Grimoires.de    
Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut

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Michael Endes "Spiegel im Spiegel" ist eine Sammlung von 30 Traumvisionen, die er für seinen Vater schrieb. Edgar Ende war surrealistischer Maler und in dieser Tradition stehen auch die Geschichten, die von seinen Zeichnungen inspiriert sind und denen diese beigefügt sind. Wer versucht, einen leichten Sinn aus diesen Geschichten zwischen (meist) zwei bis zehn Seiten zu ziehen, wird versagen - und dieses Versagen ist auch eines der Themen.

Endes Traumvisionen sind meist deprimierend, düster, immer skurril. Einzelne Motive lassen sich immer wieder finden: das unendliche Umherwandern, ohne etwas zu finden; sie Suche nach einem Wort, das verschwand und durch das die Welt zerbrach; das Aufeinanderzugehen von Braut und Bräutigam in einem Zimmer, das eine Wüste ist; und andere mehr: Vergeblichkeit ist sicher eines der fortlaufenden Themen; ein anderes ist Einsamkeit und ein weiteres die Suche nach Sinn. Doch jede einzelne Geschichte hat ihre eigene Besonderheit, unerklärliche Randerscheinungen. Wenige lassen sic auf eine definitive Aussage festlegen und selbst diese regen noch zum Nachdenken an.

Die Geschichten insgesamt befinden sich in einer losen Verbindung: In einer Geschichte wird eine Formel, zentral in der vorigen, ohne Nachdenken von einer Tafel gewischt; in anderen kommen Formulierungen aus vorangehenden wieder auf. Dennoch bleibt es "Ein Labyrinth", wie im Untertitel beschrieben. Die Geschichten haben von Ende keine Nummerierung bekommen, auch Titel fehlen. (Angehängt findet sich in dieser Ausgabe ein Verzeichnis der Illustrationen von E. Ende mit Seitenangaben; die einzelnen Geschichten sind, wie aus Lyrik bekannt, mit den ersten Wörtern indiziert). Wie "Hor", der in erster Geschichte durch endlose Korridore irrt, kann sich auch der Leser hier verirren und kreuz und quer lesen um Verbindungen zu finden. Selbst Hor ist dabei gebrochen: als einziger berichtet er in erster Person, nur um sich selbst dann in dritter Person zu betrachten - und schließlich nennt er sich nur Hor und weiß nicht mehr, ob dies sein Name ist.

Illustriert wird das Buch von den Zeichnungen Edgar Endes, die Michael Ende als Inspiration dienten, aber oft nicht viel mit den Geschichten zu tun haben - außer dass sie ebenso skurril sind.

Ein Dilemma für eine Rezension ist die Darstellung all dieser Geschichten: wie gibt man inhaltlich wieder, was surreal in sich verschlungen und verdreht ohne Lösung ist - und das Ganze verständlich? Dieser Versuch muss wohl bis auf obige Beschreibung düster-surrealer Stimmungen mit düsteren Themen scheitern. Dieses Buch Endes ist auf gar keinen Fall für Kinder geeignet, wie man beim Gedanken an die Unendliche Geschichte denken könnte; Erwachsene, auch Vielleser, werden an den Visionen lange zu knabbern haben und all ihr interpretatorisches Verständnis einsetzen müssen oder irritiert zurückbleiben. Trotz ihrer ausgesprochenen Kürze ist (fast) jede einzelne Vision komplexer als manch ein Roman von siebenhundert Seiten. Anspruchsvolle Lektüre, die Phantasiewelten, Realität und undefinierbares vermischt - und bei der man auch beim Versuch einer eindeutigen Genrefestlegung verzweifeln muss.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Leseprobe

Es gibt eine oder mehrere Leseprobe(n) zu diesem Buch:
Der Spiegel Im Spiegel. Ein Labyrinth - Leseprobe (extern)

Zitat(e) aus dem Buch

  • "Vor wem sollen wir denn spielen?" fragte der Arzt. "Vor uns selbst. Wir sind Zuschauer und Darsteller zugleich. Und was wir spielen ist Wirklichkeit"
  • Alles ist Traum. Ich weiß, daß alles Traum ist. ich habe es immer gewußt, seit ich angefangen habe zu träumen, daß ich existiere: Diese Welt ist nicht wirklich.

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