Buch-Cover, Susanne Nort: Zwischen den Toren

Zwischen den Toren

Serie: Weltenwanderer (Teil 14)
Genre: Fantasy
Seiten: 58
Erschienen: 10/2010 (Original: 2010)
ISBN: 978-3-939139-44-7
Preis: 4.95 Euro (Softcover)
Wertung:  
Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

7/10

Leser (1)  
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

7/10

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Inhalt und Rezension:

Kurz&Knapp (?)

Viel Handlung

Alana besitzt die Gabe, die Seelen Sterbender zum Todestor zu begleiten - oder sie ins Leben zurückzuholen. Als Krieg ausbricht, ist auch sie an der Front - nicht um zu kämpfen, sondern um die Heiler in ihrer Arbeit zu unterstützen. Als ihr Vater stirbt kann sie ihn jedoch nicht begleiten, denn sie wird gezwungen, die Seele des Ersten Krieglords ins Leben zurückzuholen. Auf eine solche Gelegenheit einer unvorsichtigen Tochter der Tore hat der Verlorene nur gewartet...

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Ein Kurzroman

Mit 58 Seiten könnte man "Zwischen den Toren" als Kurzgeschichte bezeichnen. Das stimmt aber einfach nicht: Die Heftreihe "Weltenwanderer" läuft im Arcanum Fantasy Verlag unter "Kurzroman" und das beschreibt auch diesen Band besser als "Kurzgeschichte". Was ist der Unterschied? Eine Kurzgeschichte erzählt üblicherweise eine einzelne Episode, ein Roman ist zeitlich "länger" angelegt. Ein Kurzroman verbindet dies, indem er die Erzähllänge eines Romans in der Leselänge einer (längern) Kurzgeschichte unterbringt. Kurzromane sind eine ungewöhnliche Gattung - daher leidet auch dieser Kurzroman an mangelnder Gewöhnung der Leser: Gegenüber Romanen hat man klare Erwartungen; auch gegenüber Kurzgeschichten - ein Kurzroman erfüllt keine gänzlich.

Keine Innovation – Flottes Tempo

"Zwischen den Toren" bietet bis auf das ungewöhnliche Erzähltempo keine Innovationen. Die Grundidee einer Begleiterin Verstorbener finde ich interessant - leider kann sie in der Gattung Kurzroman nicht allzu ausführlich behandelt werden. Auch darüber hinaus merkt Der Leser deutlich, dass an vielen Stellen (endlos lange) ausgeführt und beschrieben werden könnte - manche Autoren füllen Seiten mit vergehenden Jahren und Erfahrungen. Hier hingegen ist die Zeit einfach vergangen; extensive Beschreibungen bleiben aus und nur Kernereignisse finden Erwähnung - eine Anforderung an die Gattung "Kurzroman" und nicht unbedingt ein Nachteil. Dies kann irritieren: Für einen Roman wirkt die Handlung oftmals recht karg und für eine Kurzgeschichte ist der Spannungsbogen ein wenig zu gering, alles zu weit weg. Überdies merkt man die Kürze gegenüber einem Roman teilweise auch an den ebenso kurzen Sätzen, die zu Beginn ein Wenig holpern. Dies legt sich jedoch schnell und im weiteren Verlauf zeigt der Roman einen einfachen, flüssigen Stil.

Epische Auflösung: Zu vorhersehbar und zu episch

Bis etwa zur Hälfte gibt es eine interessante "Alltags-Handlung" um Alana und das Heer - mit durchaus sinnvoller aber in der Fantasy eher ungewöhnlicher Strategie. Dann jedoch setzt die mystische Ebene ein und statt einem lokalen Konflikt gibt es mit einem Mal eine epische Bedrohung für die Welt. Auch im Erzähltempo merkt man diese Veränderung: Statt eines Tages vor der Schlacht vergeht die Zeit nun im Raffer. (Zugegeben: Schon zuvor wurde die Ausbildung Alanas einfach übersprungen – das stört aber nicht weiter, denn hier wird einfach ausgelassen.) Ab diesem Punkt wird die Geschichte zu vorhersehbar.

Wie endet die Bedrohung der Welt? Wie üblich. Magie und Mystik schätze ich durchaus, aber ich habe den Eindruck, dass eine schnelle Abhandlung dieser Bereiche, wie ein Kurzroman sie fast nötig macht, sie abwerten, sie mundan wirken lassen. Auch die vergehende Zeit und die Mühen der Figuren in Kürze darzustellen, ist schwer; Vieles, was in einem "echten" Roman Kapitel füllen würde wird hier in wenigen Sätzen abgehakt. Der Einruck der zweite Hälfte ist makelhaft: die Erzählung ist nicht wirklich gehetzt, kann aber auch die Länge der erzählten Zeit nicht wirklich einfangen. In beiden Hälften bleiben die Figuren Typen - das stört aber nicht.

Die Pferde der Hufe

Großer Wermutstropen am Rande: Wer auch immer die Korrektur vorgenommen hat gebe sich bitte eine Ohrfeige. Überzählige Artikel, Satzfragmente von offensichtlichen Syntax-Änderungen und Buchstabendreher gibt es in großer Zahl: Heißt der zweite Kriegslord jetzt eigentlich Calvaron oder Clavaron? Bester Druckfehler nicht nur des Romans sondern des Jahres: "Die Pferde der Hufe dufteten vom Saft der zertretenen Blütenköpfe" - durchaus interessant, die Hufe als essentiellen Teil anzunehmen und die Pferde an diesen lediglich als Anhang.

Gute Geschichte für zwischendurch

"Zwischen den Toren" ist eine gute Geschichte für zwischendurch. Ohne sonderlichen Anspruch; ohne einen echten "Thrill" oder hohe Spannung aber dennoch zum Weiterlesen anregend. In der zweiten Hälfte wird die Handlung ein wenig zu vorhersehbar. Schade finde ich vor allem, dass ein Fluch der Fantasy erneut zugeschlagen hat: der (scheinbare) Zwang zum Epischen.

Avatar von nicoRezension von:
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy und Phantastik und ihren Bezug zur Realität sowie andern Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 15.12.2010 und zuletzt geändert am 15.12.2010.


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