Der Magische Bund

Quecksilber-Trilogie

Kurz&Knapp (?)

Archetypische Charaktere
Irreleitender Rückentext(!)
Keine Spannung
Antihelden/Unfreiwillige Helden

Autor:
Originaltitel: Quicksilver Rising [EN]
Übersetzer: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne
Serie: Quecksilber-Trilogie (Bd. 1)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3-453-87906-6
ISBN-13: 978-3-453-87906-5
Erschienen: 07/2004 [2003]
Seitenzahl: 556
Kaufpreis: 12,00 EUR (Softcover)
Rezensent:

Bewertung: 5/10 Wertung: 2/5 Grimoires; 5/10 Punkte, Naja (Naja)
Besucherwertung:8.03/10Wertung: 4/5 Grimoires; 8.03/10 Punkte, Gut bis sehr gut(36 Stimmen)
Kombinierte Wertung:7.66/10Wertung: 3/5 Grimoires; 7.66/10 Punkte, Gut 
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Beschreibung und Rezension:

Buch-Cover, Stan Nicholls: Der Magische BundSeit langer Zeit leben die Bewohner Bhealfas in Unterdrückung. Welches der zwei bedrohlichen Großreiche es letztendlich ist, wurde unbedeutend. Die logische Folge dieser lang andauernden Unterdrückung ist die Bildung eines Widerstandes, der jedoch von beiden Reichen als bedeutungslos abgetan wird.

Mitten in diesen Widerstand hinein stolpern der junge Magier Kutch, dessen lizenzloser Meister von den Paladin-Söldnern ermordet wurde, und der Qalochier Reeth Caldason. Reeth hofft, durch den "Magischen Bund" von einem seltsamen Leiden befreit zu werden.

Auch andere schließen sich dem Bund aus verschiedensten Gründen an. Gemeinsam plant man vernichtende Schläge gegen die Imperien und die Flucht auf eine abgelegene Insel.

Sehr gelegen kommt dem Widerstand eine Ablenkung, die beide Herrscherhäuser ihre Aufmerksamkeit von Bhealfa weg richten lässt: Im Norden ist ein neuer Kriegsherr aufgetaucht, Zerreiss, der Mann, der von der Sonne stürzte. Es scheint, dass er etwas mehr ist, als der übliche, sich empor schwingende Barbar...

Das Buch erhält 5 von 10 Punkten.

Als erstes möchte ich herzhaft fluchen: Was fällt dem Heyne-Verlag eigentlich ein, das Buch einfach so ins Regal zu stellen? Es gehört zu einer TRILOGIE! Davon erfährt der Leser aber nichts.

Nicht auf dem Umschlag. Nicht auf dem Buchrücken. Nicht im Innentext.

Erst wenn er merkt, dass die Geschichte unmöglich in diesem Buch abgeschlossen werden kann, fasst er diesen Gedanken. Sicher, Heyne veräußerte seine Fantasy-Reihe an Piper, aber hiermit macht sich der Verlag sicherlich keine Freunde und so war ich gegen Ende des Romans auch ziemlich sauer, wie man hieran wohl merkt. Dass es eine Trilogie ist, fand ich übrigens nur über die Homepage des Autors heraus.

Ja, hier mache ich dem Wilhelm-Heyne Verlag einen riesengroßen Vorwurf: das ist Blendung des Lesers par excellence! Was übrigens auch für den Preis und die Seitenzahl gilt. Bei normaler Druckgröße wäre man auf einige Seiten weniger gekommen. Wann die weiteren Teile erscheinen - vermutlich bei Piper - ist derzeit nicht klar.

Zum eigentlichen Roman. Der Plot ist schnell erzählt: Einige Leute mit verschiedenen Hintergründen - darunter oben genannte, ein Politiker, ein Pazifist, eine entflohene "Sklavin", eine in Ungnade gefallene Offizierin und dergleichen mehr - gelangen schließlich zum Widerstand und arbeiten gegen die Besatzer. Platt, ja. Farblose Charaktere ohne wirklich individuelle Züge: Archetypen. Abwechslung zum Altbekannten gibt es nur in Einzelheiten; diese sind eher selten. So hat irgendwer den Prinzen Melyobar dazu überredet, vor dem Tod zu fliehen, indem er ständig in Bewegung bleibt - mit für Unbeteiligte durchaus amüsante Effekte. Auch die "Krankheit" Reeths ist durchaus interessant: Eine Art Unsterblichkeit, doch für einen Preis und - wie sich herausstellt - mit offenbar mehr Bedeutung, als er selbst denkt. Die Welt sticht weiterhin durch die Verwendung der Magie heraus: Sie ist allerorts und meist materiell sowie von verschiedenster Qualität. Selbst die Armen werden mit magischen Spielereien bedacht. Mir widerstrebt diese Darstellung schon an sich: Magie ist hier nichts mystisches, tiefgründiges sondern eine Art Jahrmarktszauber und Scharlatanerie, gewissermaßen das, was für uns die Elektrizität darstellt.

Durchgehend auffallend ist eine seltsame Schreibweise: Q von Qalochier wird nicht im normalen Schriftbild geschrieben sondern mit einem Bogen unter einem O. Dummerweise passierte das dann mit _allen_ Qs - und zeitweise wurde es ganz vergessen. Wenn man zu solchen Stilmitteln greift, dann sollte man sie im Druck beherrschen oder lieber unterlassen. Die Übersetzung lässt stellenweise auch zu wünschen über (oder hat der Autor tatsächlich so geschrieben?), was die Wortwahl betrifft: "Versuch und Irrtum" (vermutlich für "Trial and Error") klingt einfach unpassend und künstlich. Ich würde mir persönlich wünschen, dass Übersetzer es an solchen Stellen nicht so wörtlich nehmen und z.B. mit "Finde es raus!" übersetzen. Dies ist auch nur ein Beispiel unter vielen.

Ein Problem des Buches ergibt sich aus dem "langweiligen" alten Plot: Die ersten etwa 450 Seiten sieht man mehrere lose Handlungsfäden. Dann merkt man schließlich, dass dies kein Einzelbuch sein kann. Immerhin kommen die Fäden doch noch zusammen und Reeth Caldason wird ein wenig interessanter. Jedoch hat die Geschichte bis dahin enorme Probleme, wirklich in Schwung zu kommen, was umso mehr gilt, wenn man mit der Erwartung liest, ein Einzelwerk vor sich zu haben.

Unlogik findet zum Glück nur in Kleinigkeiten, außer am Ende: Ein Spürzauber wird Reeth entgegengeschickt, kommt aber von hinten auf ihn zu. Dies ist logisch einfach nicht möglich. In der Gesamtheit ist die Welt jedoch logisch-stimmig ausgearbeitet und enthält keine Widersprüche.

Letzten Endes bin ich vom Buch wenig begeistert, was zu nicht unerheblichem Teil von der fehlenden Information zur Serie herrührt. Die Geschichte wird zu spät interessant und ist bis auf Einzelheiten zu vorhersehbar. Die Person, die am meisten Interesse in mir weckte, der Kriegsherr Zerreiss, wird kaum erwähnt. Herzlichen Dank, ich liebe falsche und fehlende Informationen.

"Die Orks" habe ich nicht gelesen. Vielleicht zum Glück, denn so kann ich "vorbehaltlos" an die Bewertung gehen. Eine Werbung für die Orks ist der Werbeaufkleber jedenfalls nicht, eher im Gegenteil.

Wem ein langsamer, schleichender Auftakt mit viel bekanntem Stoff nichts ausmacht und wer auch gerne eventuell sehr lange Zeit auf den nächsten Teil wartet, der mag sich für dieses Werk entscheiden. Wer ein Einzelbuch oder nicht nur auf Kleinigkeiten beschränktes Neues sucht: FINGER WEG.

Wenn dies die Werke der "Riege der modernen Stars der Fantasy" (The Independent) sind, dann hoffe ich ernstlich, dass diese Riege schnell abgelöst wird. Auf dieses Werk, so die weiteren Teile nicht besser werden und auf die Langsamkeit verzichten können (und als Folgeteile gekennzeichnet werden...) kann ich bedenkenlos verzichten. Solange man andere (Serien-)Titel zur Auswahl hat, rate ich eher zu diesen.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 26.07.2004 und zuletzt geändert am 26.07.2004.


Es gibt eine oder mehrere Leseprobe(n) zu diesem Buch:
Der Magische Bund - Leseprobe (extern)

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Diese Rezension bewerteten 11 positiv und 20 negativ. (5962 Leser bisher.)

Besuchermeinungen:

Name: Gast Bewertung: 1 Datum: 14.10.2004 13:30:47
Gastkommentar von plipo
Ja ich finde den Roman sehr gut! Er erinnert mich nicht an die Werke von Tolkien oder anderen Größen, sondern gebärt eine ganze eigene WElt, die mir noch nicht einmal unbekannt erscheint! Die Charaktere sind zwar größten Teils stark Typ besetzt, aber durch die wahnwitzigen und absolute verschiedenen Ideen über die Herkunft, Entwicklung etc.wirken sie keinesfalls einseitig! Die hevorragend geführten Aktionen-Kämpfe(1a), Zauber, Spionage, Beschreibungen der Orte- ähneln sich wenig! Immer wieder erschafft Nichols eine neue Variante!
Das beste aber: Er schwafelt nicht herum! .

Name: Gast Bewertung: 7 Datum: 14.10.2004 14:18:04
Gastkommentar von headhunter
ich fands nicht schlecht aber die orks sind tausend mal besser. wem das gefiel der sollte sich mal die zwerge von markus heitz reinziehen. beides sehr gute bücher. ich hab gehört dass der 2. teil von der magische bund erst letztes jahr in den staaten rauskam und der dritte teil noch nicht mal abgeschlossen ist. steht also noch in den sternen wann die bei uns erscheinen.

Name: Gast Bewertung: 7 Datum: 09.11.2004 17:23:15
Gastkommentar von gast
ich fand es am ANFANG ETWAS SEHR LANGWEILIG ABER NACH DER ZEIt HAT ES SPASS GEMACHT ABER DASS IM BUCH NIX DARÜBER STAND DAS ES MEHRER TEILE DAVON GIBT UND DIE HIER NOCH NICHT ERSCHIENEN SIND FINDE ICH EINE FRECHHEIT!!!!!!!!!!!.

Name: Gast Bewertung: 8 Datum: 17.08.2005 21:25:01
Ich finde, diese Kritik ist zu hart. Das Buch ist an sich ziemlich gut; es ist schließlich nur fder Auftakt zu einer Trilogie...Und über Zerreiss wird später noch mehr berichtet.

Name: Gast Bewertung: 10 Datum: 06.03.2008 14:34:46
Hallo,

Also ich muss jetzt erstmal loswerden das es nicht stimmt das im Buch nicht erwähnt wird das es ein dreiteiler ist. Schlägt man den Einband auf, sind alle drei Teile abgebildet, und darüber steht "das größte Fantasy-Epos von Stan Nicholls". Also die Informationen gibt es durchaus. Desweiteren finde ich das Buch gar nicht so schleppend wie oben beschreiben, also ich habe es förmlich verschlungen!!! Story, Charaktere und Verbindungen sind sehr präzise geschildert(für nen Fantasy roman. Und ich stimme dem Gast zu der gesagt hat es ähnelt der schreibweise Tollkiens!
Ich finde es ist ein gelungener Roman, und das sich jeder seine eigene Meinung machen sollte und nicht unbedingt auf das niedergemetzle, vom Verfasser dieser Einschätzung, hört.

Viel spass allen beim lesen 8D

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