Das Elfenportal

Elfenportal

Kurz&Knapp (?)

Ganzheitlich erkennbare Welt
Archetypische Charaktere
Eindeutige Gut-Böse-Polarisation
Durchgehender Spannungsbogen

Autor:
Originaltitel: Faerie Wars [EN]
Übersetzer: Nina Bader
Verlag: dtv
Serie: Elfenportal (Bd. 1)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3-423-24374-0
ISBN-13: 978-3-423-24374-2
Erschienen: 11/2003
Seitenzahl: 356
Kaufpreis: 14,00 EUR (Softcover)
Rezensent:

Bewertung: 9/10 Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut (Sehr gut)
Besucherwertung:8.7/10Wertung: 4/5 Grimoires; 8.7/10 Punkte, Gut bis sehr gut(27 Stimmen)
Kombinierte Wertung:8.75/10Wertung: 4/5 Grimoires; 8.75/10 Punkte, Gut bis sehr gut 
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Beschreibung und Rezension:

Buch-Cover, Herbie Brennan: Das ElfenportalPyrgus Malvae, Prinz des Elfenreichs, hat ein kleines Problem. Genau genommen ist das untertrieben, denn er hat gleich mehrere. Klein sind sie auch nicht unbedingt...

Dass Pyrgus sich gerne wie ein gewöhnlicher Straßenjunge anzieht und im Reich herumtreibt ist keines davon, allerdings hat er es sich in den Kopf gesetzt, schlecht behandelte Tiere zu befreien. So zieht er den Zorn eines Adligen Nachtelfen auf sich, der prompt seine Schergen auf ihn ansetzt. Diesen entkommt Pyrgus knapp - nur um ins nächste Fettnäpfchen zu treten, denn plötzlich soll er einem Dämon geopfert werden!

Bevor dies geschieht wird er jedoch von der Palastgarde aufgegriffen und zu seinem Vater gebracht, der ihn aufgrund diverser politischer Spannungen - und der Tatsache dass Pyrgus noch immer verfolgt wird - durch das Elfenportal in die Menschenwelt schicken will.

Dem hat Pyrgus wenig entgegenzusetzen und so findet er sich bald in der Gegenwelt wieder. Allerdings etwas anders als erwartet, denn statt seiner normalen Größe ist er mit einem Mal winzig klein und hat Flügel. Irgend etwas scheint schief gegangen zu sein und so ist Pyrgus in der Menschenwelt auf einen Teenager und einen paranoiden Senioren angewiesen.

Das Buch erhält 9 von 10 Punkten.

Mein größter Kritikpunkt am Buch ist: Verdammt noch mal, das liest sich viel zu schnell und locker weg! Ich will mehr. In diesem Sinne kann ich mich Eoin Colfers Zitat auf dem Buchrücken anschließen: Ich will eine Serie! Denn dafür bietet das Buch wirklich Material (und zumindest vage Andeutungen) ohne dass es wirklich zwingend ist. Selbst wenn es eine Serie gibt, lässt es sich dennoch für sich lesen.

Die Charaktere wirken realistisch, wenn ich jedoch bezweifle, solchen irgendwann über den Weg zu laufen. Genau genommen ist "realistisch" für einen Fogarty, einen im Volk herumstreunenden Prinzen und den ganzen Rest der auftretenden Personen nicht das richtige Wort, erst recht nicht in dieser Häufung von seltsamen Personen. Allerdings kommt nie ein Zweifel an ihnen auf, da es keine wirklich überlegenen Personen sind. Der Oberschurke begeht auch hier den Schurkenfehler Nummer 1: Sein Opfer quälen und nicht sofort töten. Allerdings liefert der Autor eine mehr als gute Begründung dafür durch die Natur dieser Wesenheit. Die Personen sind also weniger realistisch als vielmehr wunderlich und seltsam oder leben in ungewöhnlichen Umständen, was immer wieder zu einem Grinsen veranlasst. Dies ist ein weiteres Merkmal des Romans: Es findet sich durchgehend locker-leichter Humor, was einen immer weiter lesen lässt.

Der Roman lässt sich ohne weiteres auch als Bahnlektüre lesen, ist aber nicht banal - eine Eigenschaft, die nicht jedes Werk besitzt.

Außerordentlich gut gelungen ist auch die Elfenwelt: Zwar gibt es auch hier Technik - wie sollte es anders sein bei einer Verbindung zu unserer Welt? - allerdings herrscht trotzdem noch ein Eindruck von "Altmodischen Zeiten" mit Palästen und ähnlichem. Die Technik wird ganz einfach anders - und von Priestern bzw. Zauberern - eingesetzt. Bei einer bestimmten Waffe der dämonischen Fraktion empfand ich diese Technologie allerdings doch etwas übertrieben. Dies ist dann wohl eine Frage, was der Leser will. Die absoluten "Puristen" der Fantasy ("Nur Technologie unter Schiesspulver-Niveau!") werden hier vermutlich keine Freude haben. Allerdings ist das ganze nicht so sehr technologisiert wie beispielsweise bei Shadowrun. Vielmehr wird Magie zu einem gewissen Teil zugunsten der Technologie entmystifiziert. Das mag man mögen oder nicht, allzu aufdringlich wird es in keinem Fall und erst recht nicht in allen Bereichen. Zusätzlich zu dieser "Technisierung" verbindet der Autor die Elfen auch noch mit gewissen anderen "Urbanen Legenden". Dies war in Zusammenhang mit der Person von Mr. Fogarty reizvoll, ansonsten gefiel es mir jedoch weniger - ich bin kein absoluter Purist, aber bis auf wenige Ausnahmen doch für eine "Genrereinheit". Im Gesamtroman spielt dies aber nahezu keine Rolle.

Falsch bedient ist, wer einen Roman über "kleine" Feen/Elfen sucht und ebenso falsch ist, wer einen Roman über die edlen, groß gewachsenen Bogen-Elben lesen möchte, denn beides ist dieser nicht. Das "Elfentum" beschränkt sich de facto auf den Namen (und die Herkunft), ansonsten kann man die entsprechenden Charaktere durchaus als Menschen sehen, es würde nicht weiter auffallen. Wen das und leichte Tendenz zur Technisierung jedoch nicht stören, dem kann ich zu diesem Buch nur raten! Es bietet erstklassige, kurzweilige Fantasy, mit Humor und in nicht typischer Weise. Habe ich schon erwähnt, dass es viel zu schnell zu ende war?

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 29.08.2004 und zuletzt geändert am 29.08.2004.


Es gibt eine oder mehrere Leseprobe(n) zu diesem Buch:
Das Elfenportal - Leseprobe (extern)

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