Buch-Cover, Alisha Bionda: Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection 1999

Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection 1999

Verlag: Weitbrecht
Seiten: 270
Erschienen: 1999 (Original: 1999)
ISBN: 3-522-71805-4
Preis: 0,00 Euro (Softcover)
Wertung:  
Grimoires.de    
Wertung: 1/5 Grimoires; 3/10 Punkte, nicht zu empfehlen

3/10

Leser (8)  
Wertung: 2/5 Grimoires; 5.5/10 Punkte, Naja

5.5/10

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Inhalt und Rezension:

Kurz&Knapp (?)

Irreleitender Titel
Kurzgeschichten

Dies ist eine Kurzgeschichtensammlung, die Hohlbein mehr oder weniger auf Anraten seines Agenten zusammengestellt hat. Da die Geschichten völlig unabhängig von einander sind werde ich sie auch unabhängig voneinander lesen und bewerten (zumal es auch verschiedene Autoren sind).

Die erste Geschichte ist von W. Hohlbein selbst: "Feuervögel". Hm, was soll man am besten sagen? Ich vermute, er hat zuvor Hitchkocks "Die Vögel" gelesen, zumindest erinnert es stark daran, mit dem Unterschied, dass er eine Quasi - Erklärung mitliefert (die Vögel wurden geärgert). Jedoch ist die Geschichte sehr leicht vorhersehbar und ganz nebenbei bemerkt - was hat das mit Fantasy zu tun? Das gehört zum Genre Horror, und kaum noch zur Horror-Fantasy, wie Hohlbein anscheinend meint. Das wäre an sich fast egal, solange es nur schöne neue Geschichten wären... diese ist es nicht. (4)

Geschichte Nr. 2 ist "Amadons Opfer" von Dieter Winkler. Diese Geschichte erinnert doch noch ein ganz kleines wenig an Fantasy (Magie), allerdings würde ich auch hier zu Horror tendieren. Die Geschichte ist nett und spannend gemacht, jedoch fehlt ihr die wahre Innovation. (4)

Die dritte Story stammt von Bernd Kreimeier und ist mit "Zeit des Jägers" betitelt. Das Genre ist eigentlich nur mit Science-fiction zu bezeichnen und hat einen apokalyptischen Touch. Menschen jagen sogenannte Imms, Menschen die gegen die zahlreichen ausgebrochenen Krankheiten immun sind. Aus ihnen gewinnen sie dann ein Serum. Naja - hier weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Es ist nichts neues und irgendwie kann die Geschichte nicht so recht mitreißen. Andererseits gibt es interessante (philosophische) Ansätze. Man mag nachdenken, wie man selbst handeln würde. Aber eine Top-Geschichte ist es nicht. (5)

Wären wir bei der 4. Geschichte, "Mondvogel" von Alisha Bionda. In dieser Geschichte beschreibt sie, wie eine junge Frau das Erbe ihrer Großmutter antritt. An sich nichts besonderes, doch sie wusste nichts von der Großmutter und stellt fest, dass sie eine Hexe und Satansjüngerin war. Allerdings fehlt der Geschichte ein wenig Pep und das Ende ist m.E. recht dürftig. (4)

Nummero 5, "Am Aschermittwoch" von Bernhard Hennen, lässt sich irgendwie keinem Genre zuordnen. Horror wäre ebenso fehl am Platze wie reine Fantasy oder Romantik. Es ist wohl irgendein Mischmasch daraus. Kurz abgerissen kann man sagen, dass sich ein Archäologiestudent in eine Vampirin verliebt. Zwar ist die Geschichte kein Reißer, aber man kann sie gut zwischendurch lesen und sit gespannt, was als nächstes passiert (6)

Die sechste Geschichte handelt vom Necronomicon in "Der Bücherei" und wurde von Frank Rehfeld geschrieben. Irgendwie hat er sich zu sehr an Lovecraft orientiert. Wer weiß, was das Necronomicon ist und wie es "funktioniert" für den ist dies lediglich eine Art Tatsachenschilderung oder Bericht. Unglücklicherweise gehöre ich zu denjenigen, die den Hexer gelesen und ein wenig mehr vom Necronomicon gehört haben und kann der Geschichte daher nicht allzu viel abgewinnen. Spannung kommt meines Erachtens nicht auf - wer das Buch aber nicht kennt mag dies ganz anders sehen (4).

Die nächste Geschichte verschlägt uns vor die irische Küste, wo "Die Nebelbarke" kreuzt. Eine arme Familie will irgendwie Geld verdienen - mit Schmuggelei oder Schwarzbrennerei. Leider wird nicht allzu deutlich, wie denn jetzt genau. Die Mund-zu-Mund-Erzählform ist sicher interessant, zumal es eine Familiengeschichte ist / sein soll, aber auch hier fehlt wirkliche Spannung. Mitreißend war die Geschichte wirklich nicht. Und der Horror auf den alles hinzuläuft... äh - "Ich will es auch heute nicht aussprechen" ist so ziemlich die einzige "Beschreibung". Das sagt denke ich alles. (3)

Die achte und letzte Geschichte, "Collin", von Hohlbeins Tochter Rebecca fand ich sehr enttäuschend. In Ordnung, sie ist nicht schlecht, aber sie hat so ziemlich NICHTS mit Fantasy zu tun. Es reicht mir für Fantasy nicht aus, dass ein kleines Kind auf 2 Seiten scheinbar übernatürliche Kräfte hat. Ich habe manchmal schon Mühe, bei ihrem Vater selbst eine klare Fantasy zu erkennen. (Bestes Beispiel Das Druidentor). Dies jedoch... Und leider ist die Geschichte etwas alt: Babysitterin kommt nicht klar, trinkt, Kinder sind Monster. Nur diesmal sind es eben richtige - aber das ändert auch nicht viel, leider... (3)

Das Buch erhält 3 von 10 Punkten

Anmerkung: Die Anthologie erschien auch unter dem Titel "Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection I" im Jahre 2001 im Heyne- Verlag.

Für die Fantasysammlung eines ganzen Jahres ist dieses Buch ziemlich mau. Ich persönlich finde keinen Anreiz, dieses Buch zu kaufen, hätte ich es nicht schon. Es gibt keine Geschichte, die sich wirklich von anderen Abhebt, obwohl einige gut über dem Durchschnitt sind - aber eben nichts besonderes. Leider...

Außerdem ließe sich wohl mal wieder die endlose Diskussion anfangen, was Fantasy eigentlich ist. Vor kurzem hörte ich "alles, was nicht real ist". Naja... dann wäre Horror und Sci-Fi auch Fantasy... Ich bin der Meinung Fantasy ist alles, was mythisch erklärt wird usw. Daher muss ICH sagen: DIESES BUCH IST KEINE FANTASY sondern Horror, Sci-Fi und, na gut, ein ganz kleiner Teil Fantasy.

Avatar von nicoRezension von:
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy und Phantastik und ihren Bezug zur Realität sowie andern Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 14.04.2001 und zuletzt geändert am 14.04.2001.


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