Buch-Cover, Lars Simon: Lennart Malmqvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen

Lennart Malmqvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen

Serie: Lennart Malmqvist (#2)
Autor: Lars Simon
Genres: Humoristische Fantasy; Urban Fantasy
Verlag: dtv
Seiten: 320
Erschienen: 11/2017 (Original: 2017)
ISBN: 978-3-423-21704-0
Preis: 9,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Kurz & Knapp
  • Skurrile Charaktere
  • Nie langweilig
  • Im Rückblick passiert wenig

Nach Buri Bolmens Tod hat Lennart Malmqvist sein Erbe angetreten. Dazu zählen nicht nur der Scherzartikelladen und die Zauberkunst, sondern auch die Suche nach den Dunklen Pergamenten - und eine größere Forderung des Finanzamts. Eine Liste mit Namen führt inmitten der Vorbereitungen zur Neueröffnung auf die Spur von Tryggvasons Erben: Henrietta Hellström wohnt praktischerweise in Göteborg. Leider ist sie kürzlich verschwunden, entführt; und ihr Ehemann wirkt äußerst verwirrt. In seiner Küche soll irgendjemand regelmäßig alles demolieren. Die magische Aura hier und im nahe gelegenen Wald von Trindemossen sagen Lennart jedoch deutlich, dass die verschwundene Dame mehr mit der Sache zu tun haben muss. Trotz offensichtlicher Polizeibeobachtung und Kontaktverbot forscht er daher nach.

Das Buch erhält 7-8 von 10 Punkten.

War der erste Band noch ein langer Prolog, geht es hier direkt los. Dabei wird es nie langweilig, auch wenn am Ende nicht viel passiert ist. Auch dieses Buch lebt von skurrilen Charakteren und Situationen - und einem Schuss Alltagsprobleme, wenn man die magische Welt sogar vor seinen Freunden verbergen muss.

Direkter Einstieg und viel Geschehen

Im Gegensatz zum ersten Teil (Lennart Malmqvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen) beginnt dieser zweite mittendrin und im direkten Anschluss zum Vorgänger. Das kommt nicht unerwartet: Den ersten Teil konnte man als langen Auftakt bezeichnen, an dessen Ende Lennart sich mit seiner Rolle als Magier und Auserwählter abfindet. Diese Rolle hat er nun angenommen und begibt sich auf die Suche nach den verbleibenden Dunklen Pergamenten.

Dabei bleibt es nicht: Lennart muss sich zusammen mit dem Mops Bölthorn weiterer Probleme annehmen. Das drängendste: Die Neueröffnung des Scherzartikelladens, denn für Lennart unerwartet hat das Finanzamt Forderungen an ihn - und diese muss er zeitnah begleichen. Ein Glück also, dass Computerspezialist Frederik ihm einen Webshop erstellt. Außerdem ist da noch die Sache mit der Liebesallergie, eine recht auffällige Beobachtung durch die Polizei und die Sache mit Olav Krähenbein.

Wahnsinniger Professor?

Dass die Dunklen Pergamente das wichtigste Problem sind, ist für Lennart klar. Dank einer Namensliste führt es ihn nicht weit weg: Henrietta Hellström soll mit Tryggvasons Erben in Verbindung stehen und wohnt gleich in Göteborg. Doch als Lennart dort vorbeischaut, ist Henrietta verschwunden: entführt. Anzutreffen ist lediglich ihr Gatte, der hochgradig verwirrt scheint - und dessen Küche wiederholt verwüstet wurde.

Zu Lennarts Glück taucht just während seines Streits mit dem Professor die Polizei auf. Kommissarin Tysja findet es natürlich äußerst merkwürdig wenn nicht sogar suspekt, dass Lennart immer just da auftaucht, wo Sonderbares passiert. Leider kann Lennart sich nicht einfach heraus- und vom Professor fernhalten: In der Wohnung waren deutliche magische Spuren erkennbar. Henrietta Hellström hat also nahezu sicher etwas mit der Sache zu tun. Eine blutige Jacke fand sich zudem an einem Runenstein im nahen Wald von Trindemossen, wo Lennart auch auf einen seltsamen Mann trifft. Reichlich mysteriös und zunächst ein Punkt, an dem er nicht weiterkommt.

Skurrile Figuren und Liebesprobleme

Aber Lennart hat ja noch andere Probleme. Durch eine SMS von Emma wird die Sache mit der Liebesallergie wieder akut, die ihm Ausschlag verursacht, sobald er sich auf eine Frau einlassen möchte. Lennart und der Leser erfahren auch mehr über dieses Phänomen: Von wegen psychosomatisch! Die Allergie hat einen handfesten Grund. Und die ganze magische Angelegenheit scheint nicht nur mit Lennart zu tun zu haben, sondern darüber hinauszugehen. Über Andeutungen hinaus erfährt man aber in diesem Buch noch nichts.

Neben der Neueröffnung des Scherzartikelladens muss sich Lennart auch um das Problem des Professors kümmern. Nur so hat er eine Chance, Henrietta Hellström zu finden. Und das bedeutete: Jagd machen auf den unsichtbaren Gast, der regelmäßig die Küche verwüstet.

Hier spielt der Roman erneut seine Stärke aus: Skurrile Charaktere. Denn das Wesen, das in der Küche haust, ist zwar ein bekanntes aber mit einem ungewöhnlichen Twist. Zunächst ist der Gast nicht freiwillig dort. Doch aufgrund unterschiedlicher Ansichten im Hinblick auf die eigene Ernährung wurde er von seiner Liebsten hochkant aus dem Reich von Trindemossen geworfen. In Henriettas Küche fand er Asyl und labte sich an den Fleischspeisen - bis Henrietta entführt wurde. Lennart bleibt nichts anderes, als sich als Vermittler zu versuchen. Hoffentlich bringt die Schrift auf dem Runenstein einen Hinweis!

Das Problem mit der Geheimniskrämerei

Zugegeben sind das alles recht suspekte Aktionen. Mit dem Hund im Wald Spazierengehen ist ja noch nachvollziehbar. Aber beim Zaubern will Lennart wirklich nicht beobachtet werden und tut daher sein bestes, die Polizei abzuschütteln. Allerdings hat er nicht nur vor ihr Geheimnisse, sondern auch vor seinem besten Freund Frederik. Nicht ohne Gewissensbisse, immerhin hilft Frederik ihm sehr.

Aber darf Lennart ihm alles wirklich erklären? "Ja, ich bin ein Zauberer, mein Mops kann sprechen und ich muss die Welt vor einem bösen Zauberer retten" Und würde er das glauben? Sonderlich überzeugend klingt das ja nicht, zumal Lennart kürzlich selbst an seinem Geisteszustand zweifelte. Auch Kommissarin Tysja und Emma finden, dass er sich äußerst seltsam benimmt. Ja, natürlich ... als ob sie die Wahrheit glauben würden!

Dass Geheimniss eine ganz andere Gefahr ermöglich, begreift Lennart als Frederik ein großer Coup gelingt; für Lennart ist es jedoch eine Katastrophe

Krähenbein

All dies sorgt dafür, dass im gesamten Buch ständig etwas vor sich geht: Laden, Museum, Trindemossen, Polizei, Emma, Dunkle Pergamente. Es ist schwer, alles anzuschneiden, ohne allzu viel zu verraten, zumal die einzelnen Probleme oft nur locker zusammenhängen. Im Rückblick kann man sich sogar wundern, wie wenig eigentlich passiert ist. Bis dahin haben Bölthorn und Lennart jedoch genug zu tun und sorgen für spannende Unterhaltung.

Natürlich läuft im Finale alles auf die Dunklen Pergamente hinaus. Aber das ist schwerer als gedacht. Denn nicht nur der Ex-Kommissar Nilsson ist in die Sache verstrickt; auch andere Personen sind in die Suche verwickelt, wie der Leser früh erfährt. Für Lennart scheitert es indes lange an banalen Problemen wie einem Fehlenden Lehrer und mangelndem Training mit der Magie. Am Ende läuft es eine Konfrontation von Lennart und Bölthorn mit Henriettas Entführer heraus - denn er verlangt das Dunkle Pergament, das Lennart bereits besitzt.

LMudgugwGaT lässt die Handlung nie einschlafen und bleibt stets interessant. Seine Stärke sind die skurrilen Charaktere. Wundern mag man sich im Nachhinein, wie wenig eigentlich passiert ist. Aber: Beim dritten Band bin ich sicher wieder dabei!

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde zuletzt geändert am und ursprünglich veröffentlicht am .


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