Phantastische Klassiker

Phantastische Klassiker

Fantasy wird in der Schule als Trivialliteratur abgetan, Phantastik belächelt. Wenn überhaupt hat die Science Fiction einen Weg in die Lehrbücher gefunden. Und dennoch gibt es Klassiker, die man nur als Phantastik bezeichnen kann: die Werke E.T.A. Hoffmanns, Dracula, Frankenstein - und auch Goethes Faust.

Phantastische Klassiker Bücher

Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Frankenstein

Frankenstein

Peter Schlemihls wundersame Geschichte

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Klein Zaches genannt Zinnober

Klein Zaches genannt Zinnober

I.N.R.I. oder Die Reise mit der Zeitmaschine

I.N.R.I. oder Die Reise mit der Zeitmaschine

Ilias und Odyssee (Nacherzählt von Walter Jens)

Ilias und Odyssee (Nacherzählt von Walter Jens)

Dr. Faustus

Dr. Faustus

Macbeth

Macbeth

A Midsummer Night's Dream, Ein Sommernachtstraum

A Midsummer Night's Dream, Ein Sommernachtstraum

Faust (Weltliteratur für Kinder)

Faust (Weltliteratur für Kinder)

Der Sturm

Der Sturm

Faust. Der Tragödie Erster Teil

Faust. Der Tragödie Erster Teil

Das Bildnis des Dorian Gray

Das Bildnis des Dorian Gray

Der Runenberg

Der Runenberg

Der blonde Eckbert

Der blonde Eckbert

Der böse Geist Lumpazivagabundus

Der böse Geist Lumpazivagabundus

Die Göttliche Komödie - Inferno

Die Göttliche Komödie - Inferno

Das Nibelungenlied

Das Nibelungenlied

Der Flaschenkobold

Der Flaschenkobold
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Was ist klassische Phantastik oder gar klassische Fantasy?

Einige Professoren und auch sonstige "die es wissen müssen" verdammen Fantasy, Science Fiction und ähnliches als "unwichtige Trivialliteratur", die man am besten nicht einmal registriert.

In gewissem Sinne haben sie sicherlich Recht, wie zuzugeben ist: Oft dient „Unterhalterungsliteratur“ eben nur zur Unterhaltung. Das ist schließlich ihr primärer Zweck, wie unschwer am Namen zu erkennen. „Echte“ Literatur hingegen verfolgt ja hingegen eine Absicht, ein aufmerksam Machen auf Missstände z.B. – oder? Ich zumindest stimme dem nicht zu und halte Fantasy für ebenso viel Literatur wie Beispielsweise die Blechtrommel.

Folgt man allerdings der Ansicht „Fantasy ist trivial und keine Literatur“, so müsste Shakespeare ein unbedeutender Autor gewesen sein. Oder zumindest recht viele seiner Werke. Wie ich darauf komme? Nun... nehmen wir "Ein Sommernachtstraum" - Elfen, Magie, Zauberei...

Nehmen wir "Der Sturm" - auch hier wird der Ort des Geschehens mit Magie garniert.

Gehen wir mal zu anderen Autoren...sagen wir Jonathan Swift: Gullivers Reisen sind wenn nicht direkt der Fantasy so doch der Phantastik zuzuordnen.

Was ist mit den gesamten Helden- / Rittererzählungen der Welt? Die Fantasy steht zumindest in ihrer Tradition und die Romanrealität ist bei all jenen Geschichten auch nicht die damalige. Des Blinden Homers Ilias und Odyssee? Nun ja, vielleicht historisch... damals zeitgenössisch, aber heute doch zumindest mit Fantasy und historischem Roman verwandt, deren Grenzen ja nicht immer eindeutig sind. Was sind Grimms Märchen und die Geschichten aus 1001 Nacht?

Was zeigt diese Aufführung (die mehrere hundert oder tausend Titel umfassen könnte)?

Fantasy/Phantastik war immer da! Und witzigerweise findet sie sich zu einem guten Anteil in den Kanon-es der Universitäten und Literaturwissenschaftler. Und da sagt man "unwichtige Trivialliteratur"?

Sicher sind in den genannten Titeln bisweilen Lehren versteckt, die der Leser ergründen und beherzigen soll. Und sicherlich gibt die Odyssee Einsicht in die griechischen Mythen und somit eine der alten Hochkulturen. Aber Fantasy und Phantastik ist nicht (immer) banal und je nach Autor kann auch das Geschehen in einer Phantasiewelt durchaus nachdenklich stimmen und unsere Welt reflektieren. Ich unterstelle: Manchmal sogar besser als sie es selbst kann.

Der Zweck dieses "(Kunst-)Genres" ist, aufzuzeigen welche Klassiker doch eigentlich der Phantastik zuzuschreiben sind, im mindestens aber große Teile in diesem Genre hinterlässt. In gewissem Rahmen zähle ich hierzu auch "historische" Erzählungen wie Henry IV oder Macbeth, die nur zu sehr geringem Teil mit Phantastischem behaftet sind. Allein: Es ist Mittelalter/Antike und ähnliche Plätze sind nur allzu oft Schauplatz heutiger Fantasy. Ebenso fallen Sagen und Mythen in diversen Bearbeitungen/Auswahlen in diese Kategorie.

Die Rezensionen zu "Phantastischen Klassikern" sind etwas anders aufgebaut: Es gibt keine direkte Punktwertung durch den Rezensenten (was Jahrhunderte überdauert und noch gelesen wird, hat eine gewisse Güte), wohl aber eine Besucherwertung und Kommentarfunktion. Die Inhaltsangabe ist wie immer zu finden und in der Rezension hauptsächlich das, was den Text besonders auszeichnet (nebst persönlichem Eindruck natürlich.) Eventuell finden sich Hinweise zur Zeit/Entstehung und/oder weitere Links - bei älteren Werken mitunter auch ein Link zum (legalen!) Herunterladen des Werkes (so werden z.B. Shakespeares Werke gratis angeboten, als Textdatei. Das Urheberrecht erlischt nach 70 Jahren sofern es nicht auf irgend eine Art vererbt wurde... schnuppern ist also sogar kostenlos!).

Klassische Phantastiker bieten also "anspruchsvolle, hohe Lektüre" (was immer das auch ist), die zugleich alte Formen der Fantasy darstellt. Ernsthafter ist sie nicht zwangsläufig, seltsamerweise aber eine Lektüre der Gebildeten... wer weiss, vielleicht findet ja der ein oder andere "Banause" hier eine Anregung oder kann gar seinen Lehrer überzeugen, etwas aus dieser Liste zu lesen.

Quellen und Verweise

Titelbild von Tom Murphy VII via Wikimedia Commons, CC-BY-SA-2.0.

Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Genre-Info wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .

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