Buch-Cover, Andrzej Sapkowski: Feuertaufe

Feuertaufe

Originaltitel: Chrzest ognia [POL]
Serie: Geralt-Saga (#5)
Übersetzer: Erik Simon
Genre: Fantasy
Verlag: dtv
Seiten: 428
Erschienen: 11/2009 (Original: 1996)
ISBN: 978-3-423-24755-9
Preis: 14,90 Euro (Softcover)
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Ciri ist verschwunden - entführt, so hört man. Und sie soll den Kaiser Nilfgaards heiraten. Als Geralt diese Neuigkeiten vernimmt, können ihn auch seine Wunden nicht mehr halten und er macht sich auf, Ciri zu retten. Sein einsamer Ritt zur Rettung wird jedoch nicht so einsam wie er sich wünscht: Rittersporn bleibt an seiner Seite und bald gesellen sich eine Jägerin dazu, sowie ein Nilfgaarder der behauptet kein Nilfgaarder zu sein; überdies eine Gruppe Zwerge und Kriegsflüchtlinge - und noch weit seltsamere Weggefährten. Währenddessen suchen Geralt Träume von Ciri heim: sie reitet, tanzt, tötet und lacht...

Doch nach und nach kommen Gerüchte auf, mehren sich Berichte in den Geheimdiensten der Herrscher und auch im neu gegründeten magischen Konzil der Zauberinnen: Diejenige, die der Kaiser Nilfgaards als seine künftige Braut vorstellte, ist nicht Ciri - nur wo ist diese?

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Der Leser der vorherigen Teile weiß natürlich, wo Ciri sich aufhält; die Rätsel, mit denen sich die Charaktere herumschlagen sind für ihn gelöst. Dies ist für den dritten Hexer-Roman egal. Denn dies ist in der Tat ein echter Hexer-Roman, kein Cirilla-Roman. Die Spannung liegt im Vorwärtskommen des Hexers und seiner Weggefährten, die sich durchs Kriegsgebiet mühen müssen. Sicher, Ciri taucht immer wieder auf, hier jedoch nur in Nebenrollen, was ich sehr begrüße. Insgesamt ist auch dieser Roman deutlich düsterer als die Kurzgeschichten und die Endzeitstimmung nimmt zu: Menschen schlachten sich untereinander ab, Elfen und andere Wesen sind nicht besser; die Welt ist ein dreckiger, verkommener Ort. Und doch gibt es da immer wieder Überraschungen, sei es der Hexer der sich weigert, ein "Monster" zu töten oder ein "Philanthrop" der dann eigentlich keiner ist und dann wiederum noch eigentlicher doch. Verwirrend? Dann kam der Satz genau richtig rüber: klares Gut und klares Böse gibt es nicht und in verschiedenen Bereichen kann eine Figur durchaus unterschiedliches Gewicht haben. In dieser Hinsicht rückt "Feuertaufe" wieder ein wenig in Richtung der Kurzgeschichtensammlungen; allerdings fehlt der Humor, die Anspielungen auf Grimms Märchen und andere, generelle Intertextualität. Wie gesagt: diese Welt ist dreckig und inmitten eines brutalen Krieges scheint "Monster" die korrekte Bezeichnung für alle Parteien. Hier ergeben sich Parallelen zur echten Welt und führen das schlechte Verhalten vor Augen. Einige Themen sind bereits aus den Kurgeschichten bekannt, wie etwa die die Vorherrschaft des Menschen (mittels Magie/Technik/Manipulation) über alle anderen Wesen; die Ausrettung jener Wesen im Namen der Menschheit und deren Stilisierung als „Monster“.

Eines nehme ich Sapkowski extrem übel: In einem Kapitel gegen Ende - nach dem der Hexer aus mir unbegreiflichen Gründen mit einem Mal im Rückblick selbst erzählt - wechselt er zu einem Märchenerzähler, der die Geschichte Geralts offensichtlich bis dorthin erzählt haben soll und nun sein Publikum befragt wo er weitermachen soll. Ein von Sarkasmus triefendes "Danke" hier. Ich kam mir veralbert vor. Diese Illusionsbrechung hatte keinen Positiven Effekt; umso weniger da die Geralt-Romane kein Bisschen wie Märchen wirken. Ich weiß einfach nicht, was dies sollte. Es warf mich vollkommen aus der Geschichte und stört mich, wie man wohl merkt, auch jetzt noch. Leser - oder im Mindesten ich - wollen einfach kein "Und dann wachte ich auf - es war alles nur ein Traum" hören! Bleibt abzuwarten, ob der vierte Roman einen echten Nutzen aus diesem Stilmittel ziehen kann.

Trotz diesem extremen Ärgernis ist auch dieser Roman ein guter Hexer-Roman voll Spannung und ohne den oft so hervorgehobenen Edelmut, der Ehrenhaftigkeit der Helden und der absoluten Bösartigkeit der Feinde. Bleibt letztlich zu wiederholen: Wer den Humor der Hexer-Kurzgeschichten vermisst, wird ihn auch hier nicht finden. Wer eine düstere, "dirty" Fantasy sucht, die wieder auf den Hexer Geralt fokussiert und durchaus auch einige Spritzer Humor hat, der wird bedient. Hexer-Fans können also auf jeden Fall zugreifen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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