Buch-Cover, Katrin Lange: Die Fabelmacht-Chroniken: Flammende Zeichen

Die Fabelmacht-Chroniken: Flammende Zeichen

Serie: Fabelmacht-Chroniken (#1)Genres: Kinderbuch oder Jugendbuch; Romantic Fantasy; Urban Fantasy
Verlag: Arena-Verlag
Seiten: 416
Erschienen: 01/2019 (Original: 2017)
ISBN: 978-3-401-51150-4
Preis: 9,99 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 6/10 Punkte, Kann-Lektüre

6/10

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Kurz & Knapp

  • Fabelmacht an sich interessant
  • Fabelmacht zu ungreifbar im Hintergrund
  • Keine Verbindung zu den Figuren

Nach einem Streit mit ihrer Mutter flieht Mila zu ihrer Freundin nach Paris. Doch dort angekommen scheint fast jeder sie zu kennen. Oder zumindest ihre Geschichte. Denn als Teenager schrieb der Fabelmächtige Nicholas ihrer beider Geschichte: melodramatisch, klischeehaft und mit tragischem Ende. Und die Fabelmacht lässt eben jene Geschichte zur Wirklichkeit werden, eine Geschichte, die längst schon zu Ende erzählt ist. Und dennoch ist nicht alles exakt so wie in der Geschichte - besteht also doch noch die Chance, sie zu ändern?

Das Buch erhält 6-7 von 10 Punkten.

Mit der Fabelmacht steht eine interessante Idee im Zentrum dieses Buches. Das dachte ich. Interessant ist sie auch, scheint aber eher nur da zu sein und der Roman konnte mich zu keiner Zeit packen. Das ist schade - denn die Fabelmacht an sich gefällt mir immer noch.

Fantasy-Element: Die Wirklichkeit schreiben

Mila ist fabelmächtig: das, was sie schreibt, wird zur Wirklichkeit. Als Buchliebhaber und damit Liebhaber von Geschriebenem ist das eine tolle Fähigkeit und war für mich auch der Grund, dieses Buch zu lesen. Allerdings blieb die Fabelmacht stark hinter meinen Erwartungen zurück. Sie ist das einzige phantastische Element des Buches, das sonst eher Thriller und Liebesgeschichte ist - ohne allzu klare Motivationen, aber dazu später mehr.

Denn wenn man mich fragt: Ich erwartete, dass die Fabelmacht im Zentrum der Geschichte steht. Sie ist auch das, was alle Probleme auslöst. Dennoch fühlt sich die Fabelmacht eher wie Hintergrund an. Sie ist da, keiner versteht sie; sie bleibt vage und wird nie erklärt. Unbekanntes kann reizvoll sein, aber der Roman verpasst es ebenfalls, diese mysteriöse Seite auszuspielen und zur Geltung kommen zu lassen. Ich hätte mir mehr zu den Gesetzmäßigkeiten der Fabelmacht gewünscht.

Denn der Roman macht aus der Fabelmacht eine gottgleiche Schicksalsmacht, gegen die sich niemand wehren kann - was die Figuren natürlich trotzdem versuchen. Die Geschichte läuft aber trotz Abweichungen zur geschriebenen Geschichte recht vorhersehbar ab. Außerdem ist mancher Ausweg, den die Figuren suchen, reichlich seltsam. Oft kann ich nicht nachvollziehen, warum etwas die Geschichte maßgeblich ändern soll.

Das Flair einer Geschichte über die Geschichte kam für mich dabei nicht auf - irgendwie war es nicht Fleisch und nicht Fisch.

Kein Zugang zu den Figuren

Dieses Gefühl kam mir nicht nur dadurch, dass die Fabelmacht für mich zu sehr im Hintergrund ist. Auch zu den Figuren fand ich keinen Zugang. Man könnte leichthin sagen: Es ist halt die melodramatische Geschichte eines leidenden Teenagers - denn so hat Nicholas sie ja geschrieben, mitsamt aller Vorhersehbarkeit. Teenager-Schwelgen etc. gehören dazu und der Kernpunkt ist ja eben, dass diese Geschichte bereits mitsamt ihrem Ende geschrieben wurde. Und bis auf Mila und den Leser scheint auch jeder diese Geschichte zu kennen.

Auch das wäre gar nicht so schlimm. Aber weder mit der ratlosen Mila noch dem sich in Sarkasmus flüchtenden Nicholas konnte ich mitfiebern. Letztlich wirkte dann auch Paris willkürlich, der einzige Ort, an dem die Fabelmacht wirkt. Ja, es gibt bekannte Orte wie Notre Dame oder den Friedhof Père-Lachaise. Mit der Geschichte von Abélard und Héloise (ganz grob: die französischen Romeo und Julia) gibt es sogar einen Bezug auf die Realgeschichte - aber es entwickelt sich nichts daraus.

Tempo im letzten Drittel

Dabei ist der Schreibstil der Autorin durchaus angenehm. Aber das magische Gefühl der Fabelmacht kam für mich nicht auf und auch nicht längere Spannung oder der Drang weiterzulesen. Die interessanten Elemente sind meist Randnotizen, wie etwa die Bouquinisten.

Oder sie tauchen sehr spät auf: Im letzten Drittel nimmt die Geschichte deutlich mehr Fahrt auf. Es geht unter die Erde; es passiert etwas; die Fabelmacht wird wichtiger und erstmals näher thematisiert. Aber auch hier haben diese Ausführungen nicht genug Platz und Elemente wie eine geheime Bruderschaft sind halt einfach da. Doch ebenso gut könnten sie ein Clubhaus an der Hauptstraße sein: Ein sonderliches Mystery-Feeling kam für mich nicht auf.

Vor dem letzten Drittel hingegen gerät Mila eigentlich nur von einer Fluchtsituation in die nächste. Zusammenfassen lässt sich das für mich als: zu wenig und zu spät. Denn wenn weder die Figuren mich packen können noch das ziemlich bekannte Schema einer Dreiecksbeziehung, dann ist es nur zwangsweise Folge, dass mich selbst das Finale als unbeteiligten Zuschauer zurückließ. Schade.

Ausblick: Der Beginn des zweiten Teils

Direkt nach diesem Buch las ich auch die angehängte Leseprobe zu Teil zwei. Die ersten drei Kapitel gefielen mir deutlich besser. Denn zwar sind es die bekannten Figuren, aber es beginnt gleich eine größere Erzählung, die mehr Mysters-Elemente verspricht. Meine Vermutungen hinsichtlich der zwei wohl undurchsichtigsten Figuren wurden zudem direkt bestätigt - etwas, das meiner Meinung nach viel besser in Finale oder Epilog des ersten Teils gepasst hätte. Auch das verspricht, interessanter zu werden. Kritisch kann man allerdings auch sagen: Wenn meine Vermutung sich bestätigt, wird es dann nicht doch recht vorhersehbar? Das kann sein, aber ich bin vorsichtig positiv eingestellt.

Am Ende muss ich zum ersten Teil jedoch sagen: Die Idee der Fabelmacht gefällt mir, aber der Roman konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Geschichte ließ mich gleichgültig zurück; ich konnte nicht mitfiebern. Das einzige phantastische Element (die Fabelmacht) ist für mich zu sehr im Hintergrund. Ob ich den nächsten Teil trotzdem lese? Da bin ich mir noch nicht sicher.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde zuletzt geändert am und ursprünglich veröffentlicht am .


Leseprobe

Es gibt eine oder mehrere Leseprobe(n) zu diesem Buch:
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