Buch-Cover, John Ronald Reuel Tolkien: Feanors Fluch

Feanors Fluch

Originaltitel: The Silmarillon [EN]
Serie: Mittelerde
Übersetzer: Wolfgang Krege
Genre: Fantasy
Verlag: dtv
Seiten: 125
Erschienen: 11/2002 (Original: 1976)
ISBN: 3-423-08586-X
Preis: 7,50 Euro (Softcover)
Wertung:  
Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

7/10

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Wertung: 3/5 Grimoires; 7.8/10 Punkte, Gut

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Kurz & Knapp

  • Weite Vorgeschichte des Herrn der Ringe
  • Eher legendenartig als moderne Fantasy
  • Einblicke in mythologischen Kosmos Mittelerdes

Einst herrschte Frieden in Valinor und alles war gut. Doch schon als Eru die Welt schuf und die Ainur ihre Musik webten war Melkor neidisch und nie verschwand dieser Neid. Auch nach seiner Strafe säte er erneut Lügen im Segensreich und verschwand schließlich. Mit Ungolianth in Form einer riesigen Spinne kehrte er zurück ins Reich der Valar und verwüstete es. Verschwunden war der Glanz Valinors; vergangen in den beiden Bäumen - tot lagen sie da. Melkor war entkommen und mit ihm Ungolianth. Nur in den Silmaril, den Steinen geschaffen von Feanor, brannte noch das Licht der Bäume und Valinors. Doch Feanor wollte es nicht preisgeben, denn einzigartig waren sie und jedem Wesen war es nur einmal vergönnt, ein solches Werk zu schaffen - sogar den Valar.

Melkors Lügen, die er unter den Noldor säte, gediehen und schließlich stahl er die Silmaril. Feanor, in höchstem Maße erzürnt - und durch die Lügen Melkors schon lange ohne Vertrauen in die Valar, welche doch nur das Licht seiner Gemmen begehrten - stachelte die Noldor an, nach Mittelerde zu ziehen und Morgoth, den Schwarzen Feind, wie er Melkor nun nannte und er fortan immerdar hieß, zu jagen.

Leichtfertig und voll Zorn schwor er einen Eid, der jeden seines Hauses daran band, Morgoth auf immerdar zu bekämpfen und die Silmaril zurückzuerlangen. Bei Eru schwor er und anderem und so dass niemand diesen Schwur ungeschehen machen konnte. Und die Valar ließen die Noldor ziehen, denn Melkor log, sie würden den Auszug zu verhindern suchen. So verließen die Noldor Valinor und lebten fortan verbannt in Mittelerde, belastet mit dem Fluch, der sie ständig Verrat ahnen ließ und sie durch Verrat betrog - und ewig gebunden an Feanors Eid.

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Feanors Fluch führt den Leser in die Vorgeschichte Mittelerdes, vor den Herrn der Ringe und noch vor dem Hobbit, selbst weit vor die Zeit in der Sméagol den Ring fand und zu Gollum wurde. Auch wegen des Stils ist Feanors Fluch kaum als typischer Fantasy-Roman zu sehen, sondern ordnet sich in die Mytopeiesis ein: der Erschaffung einer kompletten Welt mit Sagen, Legenden und Sprachen durch Tolkien.

Vorgeschichte von Mittelerde

Dies ist eine Geschichte aus dem ersten Zeitalter Mittelerdes. Als solche ist sie nicht wirklich ein "herkömmlicher Fantasyroman", falls es so etwas gibt. Statt eine mitreißende, spannende Geschichte zu lesen, gewinnt man den Eindruck, eine alte Legende oder Sage zu hören - vielleicht sogar von einem Erzähler. Das gesamte Werk ist in diesem Stil gehalten und er steht ihm.

Letztlich ist Feanors Fluch ja auch das: eine Sage, eine Legende. Sie ist wahr. Nicht hier, aber in Mittelerde. Aber selbst von Tolkien gibt es mehrere Varianten dieser Geschichte.

Feanors Fluch ist in der Erzählung auf das Wichtige beschränkt und nicht in Details verliebt. Jeder kennt das Ende schon - in der Regel auch der Leser. Spannung, was denn nun passiert, erübrigt sich damit. Dass man den Ausgang oder mindestens grobe Züge und wesentliche Teile kennt, hat aber auch anderen Sagen, wie jener um König Artus, nicht geschadet.

Vor allem für Fans

Dennoch sollte man nicht verschweigen: Vermutlich lesen nur echte Tolkien-Fans Feanors Fluch, gerade wegen des Aspekts der "Urzeit Mittelerdes". Denn zugeben muss man, dass jemand, der moderne Fantasy sucht, von den vielen mittelirdischen Fremdwörtern erschlagen wird. Selbst für Hardcore-Tolkienisten ist der Anhang sinnvoll.

Dies wird umso deutlicher, wenn man Christopher Tolkien lauscht, der die Werke seines Vaters bearbeitete. Dieser gibt an, dass J. R. R. Tolkien selten eindeutig war und oft mehrere Fassungen der gleichen Geschichte hatte. Sie widersprachen sich in Teilen. Vergleichbar wird das mit Geschichten, die wechselweise von unterschiedlichen Erzählern verbreitet wurden - und so über die Zeit unterschiedliche Versionen schufen. Erneut spiegelt sich hier das legendenähnliche wider.

Verschiedene Ausgaben und Silmarillion

Abseits den inhaltlichen Varianten der Erzählungen gibt es auch verschiedene moderne Ausgaben. Die Erzählung in diesem Buch ist nahezu identisch mit der im Silmarillon. Ein Doppelkauf lohnt also nur für Sammler oder jemanden, der eine handliche Taschenbuchausgabe haben möchte.

Zusammen mit Tuor und seine Ankunft in Gondolin und Die Geschichte der Kinder ist auch eine handliche Ausgabe im Schuber erhältlich. (ISBN 3-423-59061-0, Amazon)

Am Ende bleibt Feanors Fluch eine Empfehlung für Tolkien- und Mittelerde-Fans, die mehr über die weite Vorgeschichte erfahren wollen. Und die kein Problem damit haben, öfter mal in den Anhang zu schauen. Andere Leser sollten vermutlich eher zu modernen Romanen greifen - denn als Roman kommt dieses Werk nicht daher.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde zuletzt geändert am und ursprünglich veröffentlicht am .


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Lesermeinungen:

Name: Gast Bewertung:   (0) Datum: 21.08.2007 16:03:07
ich möchte nur anmerken, dass es ein irrtum ist, das man bei jeder artus-sage den schluss vorhersehen kann, voraus gesetzt, man kennt die geschichte noch nicht. ich lese gerade eine sehr gut, aber auch sehr alte und, mir ist es unmöglich den schluss vorrauszusagen. klar, ein bisschen kann man sich immer denken, aber nicht alles.

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