Buch-Cover, Olaf Flatergast: Druiden-Rache

Druiden-Rache

Serie: Das Schwarze Auge (#59)Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 331
Erschienen: 10/2001 (Original: 2001)
ISBN: 3-453-18830-6
Preis: 6,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 2/5 Grimoires; 4/10 Punkte, geht so

4/10

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Wertung: 3/5 Grimoires; 6.8/10 Punkte, Kann-Lektüre

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Vor 250 Jahren spielte der Halbelf Aldhelm mit seinem menschlichen Bruder im See, als plötzlich eine Meute von Orks und Menschen angriff. Aldhelms Bruder war das erste Opfer, er selbst konnte sich retten, musste jedoch feststellen, dass es den Elfenfeinden gelungen war, die gesamte Sippe auszulöschen - und das obwohl die meisten es nicht einmal vermögen, die Behausungen der Elfen im Wald zu entdecken.

Aldhelm flüchtet sich zunächst in eine Festung, in der Menschen und Elfen zusammen unterrichtet werden um die Wälder zu schützen. Wenig später wird er jedoch gefangen und zum Eishüter gebracht, dem Obersten eines geheimen Ordens und letztendlich Initiator des Angriffs. Mit Hilfe eines Karfunkels und der Kraft, die Aldhelm besitzt will er größere Macht erlangen...

Nur durch die Intervention höherer Wesen überlebt Aldhelm und wird von einer Tochter Satuarias weiter aufgezogen. Nachdem lange Zeit vergeht und er viele Momente der Qual vergisst findet Aldhelm, der seinen Namen ablegt und sich fortan Varmendrion nennt wieder zu einer gewissen Ruhe. Auf den Ruinen der Festung errichtet er eine neue und unterrichtet erneut Elfen und Menschen.

Eines Tages, 250 Jahre nach den damaligen Ereignissen, muss er feststellen, dass seine Vergangenheit ihn einholt. Eine Elfe aus seiner Sippe, die er tot glaubte kehrt zurück und berichtet von einem Sturmwesen, das auch damals anwesend war. Nun ist es zurück und schneidet ein Symbol in den Wald. Zudem plagen Varmendrion zunehmend Albträume, doch seien Erinnerungen bleiben lückenhaft.

Die Magister der Schule untersuchen das Sturmwesen und versuchen es aufzuhalten, ebenso die Waldelfen der Umgebung. Doch ihre Versuche sind erfolglos. Nach einem Treffen mit einer Nachfahrin der Hexe, die ihn einst pflegte, erlangt Varmendrion große Teile seiner Erinnerung zurück. Die einzige Chance, den Wald zu retten, scheint zu sein, ins Eherne Schwert zu gehen, dorthin, wohin er einst entführt wurde...

Das Buch erhält 4 von 10 Punkten

Ein Roman aus Aventurien, der Welt des Rollenspiels "Das Schwarze Auge".

Bei der Bewertung dieses Buches habe ich lange mit mir gerungen. Lässt man zuerst außen vor, dass die Geschichte in Aventurien spielt, so kommt man zu dem Schluss, dass die "klassischen Elemente" verwendet wurden. Das Böse ist eindeutig da, eine Entführung, eine Verräterin, das Böse kehrt zurück, wird unter Opfern besiegt. Nun gut. Dies an sich zu kritisieren hieße, die gesamte Literatur zu kritisieren, denn wirklich komplett Neues kann man kaum noch erwarten.

Was jedoch in der Tat kritisiert werden muss, sind die mangelnden Charakterzüge der Protagonisten. Es gibt keinen Charakter, der unerwartet handelt. Alle sind monotyp, keiner hebt sich irgendwie hervor - zwar hat der Autor einige Charakterzüge zu den Charakteren entworfen, insgesamt gesehen bleiben diese aber blass (auch wenn einige recht unterhaltsam sind). Zudem fehlen den Figuren die Motivationen. Warum wollen "die Bösen" denn mehr Macht? Warum zieht ein Baron einfach so als Ritter durchs Land? Wieso unterrichten Magier Elfen?

Zudem stören mich einige angefangene Handlungsstränge. Es ist offensichtlich, das sie benutzt werden, um die Hauptgeschichte ein wenig auszuschmücken, von der Geradlinigkeit abzulenken. Dennoch sind sie eher störend, setzen sie doch ein (was durchaus akzetabel ist) und verschwinden dann abrupt mit einem kurzen Kommentar, statt sich langsam zu verlieren, was bei weitem besser wäre. Ohne diese kurzen Nebenhanldungen wäre einiger Platz mehr für die Hauptgeschichte geblieben, wo er durchaus sinnvoller gewesen wäre. Es ist ein unumstößliches Fakt, dass diese Geschichte in Aventurien spielt. Schließlich steht es auf dem Titel... Dies und einige aventurische Begriffe mögen aber das einzige sein, was einem zu diesem Schluss kommen lässt, denn wie es bereits in früheren Romanen geschah scheint sich auch diesmal der Autor nicht allzu sehr mit der Welt auseinander gesetzt zu haben - leider.

Ich erinnere mich dunkel, das Halbelfen nicht allzu viel länger leben als Menschen. Warum wird dieser dann 250 Jahre alt? Wieso hieß es zuerst, er sei ein Halbelf und dann später er wäre doch mehr ein Elf? Offensichtlich fiel hier keine stichhaltige Begründung ein. Solcherart findet sich durchaus häufiger. Auch die Festung, in der Waldelfen und Menschen im Kampf mit Waffe und Magie unterrichtet werden ist, betrachtet man die Welt Aventurien genauer und liest, was über Elfen geschrieben wurde, eine Lächerlichkeit an sich. Selbstverständlich sind diese Elfen für alle anderen badoc. Fragt sich nur, welchen Grund Elfen überhaupt hätten, in so einer "Akademie" zu lernen. Wie kommt der Lehrling und "Adoptivsohn" des Elfen zu einem Funkeldrachen? Wiederum ein Punkt, der zwar in der Geschichte amüsant sein mag, aber in Aventurien eher selten und merkwürdig ist - zumal Leute auf der Straße ihn zu ignorieren scheinen...

Auch Abschwächungen nützen hier nichts, selbst die zweite Akademie, die Varmendrions, wäre für Elfen inakzeptabel. Es widerspricht einfach dem Gefüge Aventuriens, wie es so schön heisst.

Letztendlich scheint es mir so, als ob der Autor eine Geschichte geschrieben hat und sie im Nachhinein in Aventurien hat spielen lassen - eben ohne Rücksicht auf diese Welt zu nehmen. (Oder er hat sich eben nicht darum gekümmert.) Auch Ausdrücke wie "Hm, falsches Universum" und das plötzliche Verschwinden eines Fremden mögen in einigen Büchern zur Stimmung beitragen (Stichwort: humoristische Fantasy), in Aventurien machen sie die Stimmung hingegen kaputt. Schade. Neue Autoren sind immer begrüßenswert und den Verlagen fällt es sicher nicht leicht, diesen eine Chance zu geben. Aber mit mangelnder Einarbeitung werden die Fans der Serie enttäuscht und selbst bei wohlwollender Betrachtung ist dieses Buch nicht gut. Ein späterer Erscheinungstermin und dafür mehr Einarbeitung, Anpassung und Überarbeitung hätten ihm sicherlich gut getan.

Dennoch denke ich, dass es nicht das absolut schlechteste ist, was ich je las. Es gibt zu viele Ecken und Kanten, der runde Gesamteindruck fehlt noch, doch ist dies das erste Werk. Mit Fleiß und Arbeit kann das nächste besser werden!

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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Lesermeinungen:

Name: firunew Bewertung: Wertung: 1/5 Grimoires; 2/10 Punkte, mangelhaft (2) Datum: 18.01.2003 00:00:00
Das Buch ist vor allem eins: Gnadenlos unaventurisch. Offenbar wurde es von jemandem geschrieben, der kein wirkliches Gespür für Aventurien hat: eine Elfen-Magierakademie, auf der eine grundauf badoce Kampfzauber von Elfen gelehrt gelehrt werden ist dabei nur das größte Vergehen. Zudem schließt die Handlung nicht rund, der Autor hat sich hier offenbar versponnen. Ich rate defintiv ab.

Name: Gast Bewertung: Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut (8) Datum: 20.03.2005 20:06:34
Ich fand das Buch recht nett. Ich kenn mich selbst nicht mit Dsa und Aventurien aus. Natürlich spielt dieses Buch nicht im Rang von etwa "Herr der Ringe" oder "Die Zwerge". Aber zum nebenbei lesen ist es gut

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