Buch-Cover, Terry Pratchett: Lords und Ladies

Lords und Ladies

Originaltitel: Lords und Ladies [EN]
Serie: Scheibenwelt (#14)
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Genre: Humoristische Fantasy
Verlag: Goldmann
Seiten: 378
Erschienen: 09/2000 (Original: 1992)
ISBN: 3-442-44675-9
Preis: 8,50 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Die drei Hexen - Esmeralda "Granny" Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knoblauch - sind von ihrer Reise ins "ausländische" Gennua zurück. Neue Probleme lassen jedoch nicht auf sich warten. Magrat wird vom ehemaligen Narren und nun König Verence überrascht, der ihrer beider Hochzeit bereits komplett durchgeplant und festgesetzt hat. Nicht dass Magrat etwas dagegen hat, aber sie hat sich das Ganze doch etwas... romantischer vorgestellt.

"Romantischer" als die Wahrheit stellen sich die meisten auch die Elfen vor, denn jene sind das Problem, mit dem Granny Wetterwachs sich zusammen mit Nanny auseinander setzen muss. Die Kreiszeit naht und die Grenze zwischen den Welten steht offen. Überdies haben sich einige junge Mädchen entschlossen, ein wenig Hexerei zu betreiben - auf die okkulte, überladene Methode. An sich völlig harmlos, aber es gibt gewisse Stellen, die man besser meidet...

Als schließlich auch noch die Magier der Unsichtbaren Universität zu Verences und Magrats Hochzeit erscheinen, nimmt die magische Kraft auf beiden Seiten Ausmaße an, welche die Spitzhornberge leicht zur Flachweg-Ebene reduzieren könnte. Wie kann man die Elfen nur loswerden, die doch "nett, edel und schön" sind?

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Die Lektüre des direkten Vorgänger-Romans "Total verhext" ist nicht notwendig, ebenso wenig wie die Lektüre von "Macbest". Erstgenannter Roman findet zeitlich zwar direkt zuvor statt, hat jedoch keine Auswirkungen auf die Handlung. Macbest hat größere Auswirkungen - schließlich findet sich hier der Grund, warum Verence König wurde und einiges mehr. Zum Verständnis ist er jedoch ebenfalls unnötig.

Bei diesem Hexenroman vermisse ich Tempo. Dies mag daran liegen, dass ich vor der Lektüre bereits die "halb-wissenschaftlichen" Bücher las: In "Rettet die Rundwelt" wurden die bösen Elfen schon gehörig analysiert. Das allein würde eine rasante Story jedoch nicht verhindern.

Teilweise liegt die Langsamkeit an der Aufsplittung der Handlung: Magrat als zukünftige Königin führt ein Leben, das in der Tat von Langsamkeit geprägt ist. Insofern entspricht das Tempo der Handlung durchaus dem Inhalt. Auf der anderen Seite hat Granny alle Hände voll zu tun, die jungen Hexen "unschädlich" zu machen ohne ihnen zu schaden. Gleichzeitig muss sie die Elfen zurückdrängen. Der dritte Handlungsfaden um die Zauberer ist wiederum gemächlich, reisen diese doch erst aus Ankh-Morpork an.

Abgesehen von dieser Langsamkeit sorgen die Zauberer (ohne Rincewind) und Hexen sowie diverse andere Hochzeitsgäste (u.a. Casunanda, der größte Lügner und zweitgrößte Liebhaber der Scheibenwelt) und die Elfen jedoch für ein riesiges Kuddelmuddel mit absurdesten Situationen: für typische Scheibenwelt-Atmosphäre also.

Ebenso werden wieder einige interessante philosophische Ansätze aufgegriffen. Allen voran natürlich "Nicht alles ist so, wie es scheint. Auch nicht, wenn ALLE es glauben". Verschiedenste Witze kommen auch mit kurzen Gastauftritten zustande.

Lediglich für eine Gruppe taugt dieser Roman kein Bisschen: Unerschütterliche Elfen- oder Elbenliebhaber. Wer es nicht ertragen kann, dass seine Lieblinge mit einem Mal die Bösen sind (und das durchaus überzeugend) und Elfen nicht für arrogant sondern einfach überlegen hält, der sollte vom Buch Abstand nehmen. Dieser Rat geschieht aus dem Wunsch heraus, die Bücher zu schützen: Vor Wut zerrissene Bücher taugen allenfalls noch als Konfetti und das ist diesen Buches dann doch mehr als unwürdig.

Meiner Meinung nach ein Pratchett der Mittelklasse. Selbst meine Lieblingscharaktere von der Unsichtbaren Universität können die Langsamkeit für mich nicht komplett herausreißen, wozu noch meine generelle Antipathie gegen die drei Hexen kommt. Hexenliebhaber, denen ein mitunter langsames Tempo nichts ausmacht, kommen hingegen voll auf ihre Kosten.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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