Buch-Cover, Karl-Heinz Witzko: Treibgut

Treibgut

Serie: Das Schwarze Auge (#11)Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 285
Erschienen: 1996 (Original: 1996)
ISBN: 3-453-09496-4
Preis: 6,60 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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In den Heiligen Rollen der Maraskaner heißt es, der Bethanier, der vieltausendfach verfluchte Borbarad, werde zurückkehren und unendliches Leid über Dere bringen. Doch die Rollen verheißen auch Hoffnung, denn es soll einen Ort geben, der sicher ist vor dem Zugriff des Dämonenmeisters.

Mit Disken aus Endurium wurden einige Priester und Priesterinnen ausgesandt, Hinweise auf diesen Ort zu finden. Auf einer Mission entdeckt Scheijan, ein Mitglied des Zweiten Fingers Tsas, den gottesfürchtigen maraskanischen Meuchelmördern, einen solchen Diskus im Besitz seines letzten Opfers.

Wohlwissend, um was es sich dabei handelt und welchen Wert es darstellt bringt er die Scheibe schließlich in den höchsten Tempel Maraskans, wo er mit einer weiteren Aufgabe betraut wird: Er soll die Priesterin finden, welche den Diksus verlor und selbst verschollen ist - und das Geheimnis eines Bildes klären, das mit einem Vers der Rollen verbunden scheint, welcher ich auch auf dem Diskus wiederfindet und in jeder Sprache eine andere Bedeutung besitzt...

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Mit "Treibgut" lenkt Witzko den Blick des Lesers auf einen eher ungewohnten Aspekt der aventurischen Götterwelt: Die Welt ist laut Glaube der Maraskaner ein Diskus, den sich die göttlichen Zwillinge Rur und Gror zuwerfen. Das Ganze ist außerordentlich gut dargestellt - lediglich "Bruderschwester" als Anrede auch für Männer irritiert doch sehr (Schwesterbruder wäre passender).

Witzko versteht es, Zeichen zu verarbeiten, wie etwa Peraines Storch bei einem Apotheker; Druckfehler sind erfreulich selten (nur was zur Niederhölle ist eine "Wande"? Wanne? Wand?). Bei eben jenem Apotheker zeigt sich auch deutlich, dass Witzko nicht nur in einem Stil schreibt und besondere Situationen auch mittels Schreibstil einfangen kann: die nötige Geheimhaltung ist deutlich spürbar. An Witz fehlt es ebenfalls nicht, wie beispielsweise eine "etwas" missglückten Verwandlung - in was genau, wird hier nicht verraten.

Als äußerst gelungen empfand ich zudem auch das Herummäkeln Scheijans an einem Theaterstück: Der Humor kommt keinesfalls zu kurz, mitunter auch wegen gewissen Kulturbarrieren.

Witzko beginnt in seinem Roman einige Plots oder deutet sie an (wie auch den riesigen um die Rückkehr Borbarads). Diese streifen Scheijans Geschichte jedoch nur und werden nicht weiter ausgeführt: jeder kann es sich selbst denken; so wird keine Spannung versprochen, die nicht gehalten wird.

Als "Altschreiber" beherrscht Witzko die Interna der Welt Aventurien: hier ist nichts zu beanstanden und auch einiges, was sich mir zuerst als logische Fehler innerhalb der Geschichte darbot, entpuppte sich im Nachhinein als absolut korrekt.

Wer zu "Treibgut" greift darf allerdings eines nicht erwarten: einen Heldenroman. Scheijan ist ein Meuchelmörder. Zwar hat er auch durchaus ehrenwerte Prinzipien, doch dies ändert wenig an seiner Grundeinstellung: wer im Weg ist, dem steht ein Treffen mit der Göttin samt Wiedergeburt bevor. Dennoch wirkt Scheijan nicht in das Klischee eines gnadenlosen Meuchlers gedrängt sondern statt dessen lebendig, mit eigenen Zielen und Ansichten. Gleiches gilt auch für andere Charaktere, wenngleich sie im Vergleich etwas blasser sind und nicht wirklich ausformuliert - was auch daran liegt, dass sie Scheijan allesamt nur kurz begegnen.

Letzten Endes ist "Treibgut" ein DSA-Roman, den sich DSAler, insbesondere Maraskanfreunde zulegen sollten - allerdings auch nur diese; der beste Witzko ist es auch nicht (wobei ich der Meinung bin, das "Westwärts, Geschuppte!" auch nur schwer zu übertreffen ist).

Abschließend wüsste ich noch gerne zwei Dinge: Was soll das Titelbild darstellen (genauer gesagt: die Gestalt vor dem Fass) und wieso trägt der Prolog den rätselhaften Titel "Zur Trigonometrie von Wasser"?

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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