Buch-Cover, Ben Aaronovitch: Die Füchse von Hampstead Heath

Die Füchse von Hampstead Heath

Originaltitel: What Abigail Did That Summer [EN]
Serie: Peter Grant
Übersetzer: Christine Blum
Genre: Urban Fantasy
Verlag: dtv
Seiten: 223
Erschienen: 09/2021 (Original: 2021)
ISBN: 978-3-423-21959-4
Preis: 9,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Kurz & Knapp

  • In sich geschlossener Fall
  • Abigail überzeugend und interessant
  • Füchse eher Nebenfiguren

Ferienzeit in London - und Abigail Kamara, die Cousine von Peter Grant und inoffizielle Zaubererschülerin des Folly kann tun, was sie will. Schnell ist sie einem Geheimnis auf der Spur: Rund um Hampstead Heath verschwinden Teenager. Einige Zeit später tauchen sie zwar unverletzt wieder auf, aber auch ohne Erinnerung daran, was passiert ist. Klar, dass Abigail nachforscht, spätestens, nachdem sie eine Einladung zu einem Event erhält und statt einer Schulkameradin einen ungewöhnlichen Jungen und einige sprechende Füchse trifft, die von etwas Bösem sprechen. Vielleicht sollte Abigail irgendwann auch Nightingale informieren - aber der würde ihr ja nur verbieten, weiter zu ermitteln ...

Das Buch erhält 7+ von 10 Punkten.

Mit Die Füchse von Hampstead Heath bekommt die Nachwuchs-Magierin Abigail ihre eigene Geschichte, zu der es zuvor bereits einige Andeutungen gab. Ganz überzeugen konnte mich diese in sich abgeschlossene Geschichte nicht - mir fehlte der Bezug zu dem zentralen Magiephänomen.

Parallel zu den Romanen

Mit Abigail steht Peter Grants Cousine im Zentrum dieses Romans und fungiert gleichzeitig als Ich-Erzählerin. In der Zeitleiste der Romane kann man diesen Kurzroman genau verorten: Er spielt parallel zu den Ereignissen in Fingerhut-Sommer, als Peter bekanntermaßen nicht in London ist. Die ideale Chance für Abigail also, selbst tätig zu werden!

Von den Füchsen hat man hier und dort schon etwas gehört und gesehen, von diesem Fall hingegen gar nichts. Mehr wiederum weiß man von Abigail. Sie ist eine Figur, die mich durchaus neugierig macht und nun im Zentrum steht. Dabei erfährt man wenig mehr: Ihr kranker Bruder und ihre Familie schweben im Hintergrund, sind aber nicht Hauptthema. Dieses offenbart sich erst nach einigen Ermittlungen und beginnt mit dem seltsamen Verschwinden einiger Teenager und einem neuen Freund.

Geheimdienst-Füchse

Schaut man auf den Titel, sollten die sprechenden Füchse eine große Rolle spielen. Auch diese fand ich bei ihren vorherigen Auftritten schon interessant. Wer sie im Zentrum erwartet, wird jedoch enttäuscht, denn sie sind mehr "auch dabei" als Hauptthema. In diesem Sinn ist der englische Titel (What Abigail did that summer) ehrlicher, zugegeben aber ziemlich unspezifisch.

Von den Füchsen sieht man hier zwar mehr als in den Romanen, aber eben doch weniger als ich erwartet. Wie genau sie das Sprechen lernten und über was für Besonderheiten sie sonst noch verfügen, erfährt man nicht. In jedem Fall haben sie sich als ein Art Geheimdienst organisiert. Darauf scheinen sie ganz allein gekommen zu sein. Trotz ihrer Effizienz (nicht nur bei der Akquise von Leckereien) hat das immer wieder etwas Komisches.

Für Abigail sind sie in dieser Geschichte loyale Helfer, was auch immer sie eigentlich vorhaben. Sie sind es auch, die ominöse Anspielungen auf etwas Düsteres an Abigail herantragen.

Ein Fall für Abigail

Einem solchen Fall nimmt Abigail sich natürlich äußerst gern an - und zwar allein. Peter ist nicht da, also bleibt ihr auch nichts anderes übrig. Nightingale würde es zudem garantiert verbieten ...

Einfach selbst loszulegen passt prima zu Abigail, die mitunter ähnlich nerdig ist wie Peter, stets eine große Klappe hat - aber das auch mit echtem Geschick, Cleverness und Eigenständigkeit untermauert. Trotz ihres Alters ist Abigail eine ziemlich starke Figur, was sich auch in ihrem Hintergrund widerspiegelt: Ihr todkranker Bruder zwingt sie, früh Verantwortung zu übernehmen. Dabei wachsen bei Abigail nicht Neid und Frust, sondern vielmehr die Bereitschaft und Selbstverständlichkeit, genau so zu handeln, wie sie es tut.

Als Ich-Erzählerin bringt sie auch ein wenig "Jugendsprache" in die Geschichte, die sich spürbar von Peters Erzählungen abhebt. Dass diese mit Fußnoten erklärt wurden, fand ich jedoch unnötig und auch ein wenig störend.

Abgeschlossenes magisches Phänomen

Wie schon Der Oktobermann ist auch dieser Kurzroman in sich abgeschlossen, wobei ein wenig Wissen um die Welt der Romane quasi Grundvoraussetzung ist. Im Zentrum steht ein magisches Phänomen, das erst im hinteren Teil des Buches genauer ergründet wird. Zu den Romanen hat es keinen direkten Bezug - wobei Abigails neue Kontakte und ihr Freund Simon (aus gutem Haus, sehr aufgeschlossen, aber nicht der Hellste) durchaus noch eine Rolle spielen könnten.

Dieses Abgeschlossene ist einerseits schön: Das Ende ist das Ende, es bleiben keine größeren Fragen und die Geschichte lässt sich einfach so weglesen. Andererseits fehlt mir eine stärkere Einbindung in den Schauplatz London - gerade die Füchse bleiben vergleichsweise offen.

Mangelnde Einbindung in London kann man dem Phänomen nur schwer vorwerfen, ist es doch direkt mit der Vergangenheit verwoben. Aber ich persönlich konnte keinen rechten Bezug entwickeln, obwohl mich Geschichte durchaus interessiert. Woran lag es? Ich vermag es nicht zu sagen. Vielleicht, weil es ein wenig konfus ist - aber genau dies gehört zur Darstellung dazu.

Insgesamt hatte diese Geschichte für mich mehr Flair als Der Oktobermann, mit dem sich dieser zweite Kurzroman nahezu zwangsweise vergleichen muss: Die Füchse ... bot mehr Lokales, mehr Magie - und die Figuren waren in manchen Facetten schon bekannt.

Am Ende war Die Füchse von Hampstead Heath für mich eine unterhaltsame Geschichte, die teils an meinen Erwartungen vorbei ging - die Füchse hätten gerne eine größere Rolle spielen dürfen. Dennoch ist das Buch nette Unterhaltung für zwischendurch und ich würde sowohl Abigail als auch Simon als auch die Füchse gerne wiedersehen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

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